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Wirtschaft News

    Facebook mit größtem Internet-Börsengang
    Die Anteilsscheine gingen für 38 Dollar das Stück an die Investoren.
    Das soziale Netzwerk Facebook hat den größten Börsengang eines Internet-Unternehmens aller Zeiten gestemmt. Insgesamt wurden 18,4 Milliarden Dollar (14,49 Mrd. Euro) eingenommen. Die Anteilsscheine gingen wie von Gründer Mark Zuckerberg (28) geplant für 38 Dollar das Stück an die Investoren und damit am oberen Ende der Preisspanne von 34 bis 38 Dollar. Am Freitag wird die Aktie zum ersten Mal an der US-Technologiebörse Nasdaq gehandelt.


    Fitch senkt Bonität Griechenlands
    Die Ratingagentur sieht in Athen ein substanzielles Ausfall-Risiko.
    Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Griechenlands erneut gesenkt. Die Langfrist-Bewertung werde auf "CCC" von zuvor "B-" gesenkt, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Hintergrund sei die Gefahr, dass das angeschlagene Land die Eurozone verlassen könnte. Das Scheitern einer Regierungsbildung zeige die mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für das mit den internationalen Kreditgebern vereinbarte Sparprogramm. Sollten auch die Neuwahlen im Juni keine sparwillige Regierung hervorbringen, wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone "wahrscheinlich".

    Kontakte auf Eis
    Angesichts der politischen Unsicherheit legte der Internationale Währungsfonds (IWF) als Kreditgeber unterdessen seine offiziellen Kontakte zu Griechenland bis zu den Neuwahlen auf Eis. Die IWF-Experten würden erst nach der Wahl am 17. Juni nach Athen zurückkehren und nicht mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten, sagte ein IWF-Sprecher am Donnerstag in Washington.

    "Wir nehmen zur Kenntnis, dass Wahlen ausgerufen wurden, und freuen uns darauf, mit der neuen Regierung in Kontakt zu treten, wenn sie gebildet wurde", sagte der IWF-Sprecher. Ein genaues Datum, wann die IWF-Mission nach Griechenland zurückkehren werde, gebe es nicht.

    Der IWF ist neben der EU wichtigster Geldgeber des hoch verschuldeten Landes. Er hatte sich im Mai 2010 mit Krediten von 30 Milliarden Euro am ersten Hilfspaket für Griechenland beteiligt. Im März sagte der Währungsfonds Athen dann erneut Hilfskredite in der Höhe von 28 Milliarden Euro zu. Im Gegenzug fordern IWF und EU strikte Sparmaßnahmen, die in Griechenland zunehmend auf Widerstand stoßen.

    Patt bei Sparkurs
    Die Parlamentswahlen vor zwei Wochen hatten zu einem Patt zwischen Befürwortern und Gegnern der Sparkurses geführt. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Regierungsbildung wurde am Donnerstag die Übergangsregierung von Panagiotis Pikrammenos vereidigt, deren Hauptaufgabe die Vorbereitung der Neuwahlen ist. Der 67-jährige Verwaltungsrichter war am Mittwoch von Präsident Karolos Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Dem Parlament in Athen stand nach seiner konstituierenden Sitzung für Freitag schon wieder seine Auflösung bevor, damit der Weg zu den Neuwahlen endgültig frei ist.

    International besteht die Sorge, dass die Neuwahl auch keine funktionsfähige Regierung ergibt. In Umfragen liegt derzeit das radikallinke Parteienbündnis SYRIZA vorne, das die mit der EU und dem IWF vereinbarten Sparmaßnahmen strikt ablehnt, aber für den Verbleib in der Eurozone eintritt. EU und IWF lehnen eine Neuverhandlung der Abmachung zu Griechenlands Hilfspaketen ab.


    AUA: Gewerkschaft klagt vor OGH
    Bord-Beschäftigte gehen gegen Betriebsübergang vor Gericht.
    Im Streit um den AUA-Betriebsübergang auf die Regionalflugtochter Tyrolean hat die Gewerkschaft vida der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Gerlach grünes Licht für das Einbringen von Feststellungsklagen beim Obersten Gerichtshof (OGH) gegeben, teilte vida mit. Gleichzeitig will man neue Verhandlungen mit dem AUA-Vorstand. Die vida ist die Gewerkschaft der Bord-Beschäftigten.

    Es sei Pflicht als Gewerkschaft, den Beschäftigten auf diesem Weg (Feststellungsklagen) zu ihren Rechten zu verhelfen, wenn sich das Management einbetoniere und im Unterschied Belegschaft und Betriebsrat nicht an den Verhandlungstisch zurückkehren wolle, so vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.

    "Letzer Aufruf an Passagier Jaan Albrecht"
    Noch sei es aber nicht zu spät, dass auch das AUA-Management wieder an den Verhandlungstisch zurückfinde, appellierte er mit einem "letzten Aufruf an Passagier Jaan Albrecht": "Ich trete für einen Sieg der Vernunft ein, denn ein Betriebsübergang beinhaltet große Risiken für alle Beteiligten."

    Die Beschäftigten hätten mit ihrem Votum für das Einsparungspaket des Betriebsrats ihre Verantwortung für das Unternehmen, ihre Arbeitsplätze und den Standort unter Beweis gestellt, so Kaske. Der Vorstand habe sich "in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang verlaufen": Jahrelange Klagen, Kosten in dreistelliger Millionenhöhe für die AUA sowie schwerwiegende Folgen für den Standort seien zu befürchten. "Diese Irrfahrt kann mit einer Verhandlungslösung und einem darauf aufbauenden und rasch zu verhandelnden Konzernkollektivvertrag noch gestoppt werden - auch gerichtliche Klagen können im Gegenzug schnell wieder zurückgenommen werden", erklärte Kaske.

    Die Gewerkschaft teile bezüglich des Betriebsübergangs und der Nachwirkung der gekündigten Kollektivverträge die Rechtsauffassung des Betriebsrats, erklärte der Vorsitzende der vida-Sektion Verkehr, Gottfried Winkler. Sowohl der vom Vorstand gekündigte AUA-KV als auch der seitens der Gewerkschaft gekündigte Tyrolean-KV würden bei einem Betriebsübergang für den Zeitraum eines Jahres, beginnend mit 1. Juli 2012, nachwirken.

    Laut den eindeutigen Bestimmungen zur Rechtswirkung von Kollektivverträgen im österreichischen Arbeitsverfassungsgesetz (ArbVG) und den Schutzbestimmungen im Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz (AVRAG) dürfe es zumindest innerhalb dieses Zeitraums bei den bestehenden Dienstverhältnissen zu keinen finanziellen Schlechterstellungen bei AUA und Tyrolean kommen, unterstreicht Winkler.

    Die Feststellungsklagen der Gewerkschaft deckten sich inhaltlich im Wesentlichen mit den Klagen des AUA-Bordbetriebsrats und lauten laut heutiger Aussendung folgendermaßen:

    "Der OGH möge feststellen:

    1. die Nichtigkeit des Betriebsübergangs

    2. die Nachwirkung des AUA-Bord-KV und die Weitergeltung aller Betriebsvereinbarungen

    3. das Recht aller Beschäftigten, dem Betriebsübergang zu widersprechen bzw. die Abfindung der Betriebspension zu verlangen

    4. das Austrittsrecht aus dem Unternehmen wegen wesentlicher Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen

    5. der Zusatzkollektivvertrag (Sparpaket für die AUA-Beschäftigten von 2010 bis 2015 mit Einbußen zwischen drei und fünf Prozent) ist durch die Kündigung des AUA-KV durch das Management nicht mehr anzuwenden."


    Moody's stuft 16 spanische Banken herab
    Kreditwürdigkeit der Geldinstitute um eine bis drei Stufen verschlechtert.
    Moody's hat die Bonität von 16 spanischen Banken herabgestuft, darunter die Großbanken Banco Santander und BBVA. Die Kreditwürdigkeit der Geldinstitute habe sich um eine bis drei Stufen verschlechtert, teilte die Ratingagentur am Donnerstag in Madrid mit. Die Abwertungen spiegelten die verschlechterten Bewertungen der Banken wider, in einigen Fällen aber auch die verringerte Möglichkeit des Staates, die Banken zu unterstützen.

    Spanien muss immer mehr Zinsen bieten, um sich Geld am Markt zu leihen. Zuletzt verlangten die Investoren für 2015 fällige Anleihen Renditen zwischen 4,375 und 4,876 Prozent. Im März waren die Werte noch bei 2,89 beziehungsweise 4,037 Prozent gelegen. Der Staat verfüge über eine geringere Bonität als zuvor, befand Moody's. Seine Chancen hätten sich daher verschlechtert, dass er den heimischen Banken zur Hilfe eilen könne.

    Die Großbanken Banco Santander und BBVA wurden von "Aa3" auf "A3" abgewertet, Banco Popular Espanol von "A2" auf "A3". Belastet wurde ihre Bonität auch von der Rezession in Spanien, der andauernden Immobilienmarkt-Krise und der hohen Arbeitslosigkeit. Moody's bemängelt zudem eine sich verschlechternde Qualität zahlreicher Immobilienkredite aus der Zeit des Immobilienbooms.

    Erst am Montag hatte Moody's die Bewertung von 26 italienischen Banken herabgestuft. Darunter waren auch Branchengrößen wie UniCredit und Intesa Sanpaolo. Der Ausblick für alle Betroffenen sei negativ, hieß es. Der italienische Bankenverband nannte die Herabstufung unverantwortlich und sprach von einem "Angriff auf Italien, seine Unternehmen, seine Familien und seine Bürger".

     


    HP will 30.000 Jobs abbauen
    Die Streichungen sollen über einen längeren Zeitraum gestreckt werden.
    Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard erwägt laut US-Medienberichten den Abbau von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg sprach am Donnerstag von 25.000 Jobs, der Blog "All Things Digital" sogar von rund 5.000 mehr. Ziel sei es, die Kosten zu senken und das Geschäft an die schwächelnde PC-Nachfrage anzupassen. HP hat 320.000 Mitarbeiter.

    Zahlen noch nicht endgültig
    Von den betroffenen Arbeitsplätzen sollen laut Bloomberg 10.000 bis 15.000 in der Sparte Unternehmensdienstleistung abgebaut werden. "All Things Digital" berichtete, die Zahlen sei noch nicht endgültig. HP-Chefin Meg Whitman wolle die Umbaupläne kommenden Mittwoch vorstellen. Die Stellenstreichungen sollen über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, möglicherweise ein Jahr oder mehr. Einem Teil der Mitarbeiter solle ein freiwilliges Ausscheiden vorgeschlagen werden, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

    Whitman hatte erst im März die Einbindung des schwächelnden Druckergeschäfts in die PC-Sparte angekündigt. Damit entsteht ein neuer Super-Bereich mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 65 Milliarden Dollar (51,3 Mrd. Euro). Damals machte HP keine Angaben zu einem möglichen Stellenabbau, sondern sprach nur von "Möglichkeiten für Kostensenkungen".

    Im vergangenen Jahr hatte der Konzern nach Wochen der Unsicherheit den radikalen Plan des damaligen deutschen Konzernchefs Leo Apotheker verworfen, den PC-Bereich abzuspalten. Die Idee, auf das deutlich renditestärkere Geschäft mit Software und Dienstleistungen zu setzen und dafür jährlich 40 Milliarden Dollar Umsatz abzuspalten, war an der Börse schlecht angekommen. Als der Aktienkurs dahinschmolz, musste Apotheker gehen.

    Die frühere Ebay-Chefin Whitman machte den Plan schließlich rückgängig. Zugleich versprach sie eigene Veränderungen, um HP wendiger zu machen.

    Schwacher PC-Markt

    HP macht der schwache PC-Markt zu schaffen - das Geschäft mit klassischen Personal Computern wächst kaum, während der Absatz der Smartphones und Tablets boomt. In diesem Markt ist Hewlett-Packard aber gar nicht mehr vertreten, während Rivalen wie Apple oder Samsung das Rennen machen: Apotheker stellte das wenig erfolgreiche Geschäft mit Geräten mit dem Palm-Betriebssystem webOS im vergangenen Sommer ein. Zudem ist die weltgrößte Druckersparte von HP nicht mehr die verlässliche Geldmaschine von einst.


    Obama will strenge Regeln für Banken
    Präsident erhöht den Druck nach Spekulations-Desaster bei US-Bank.
    US-Präsident Barack Obama dringt nach dem milliardenschweren Spekulationsverlust bei JPMorgan einem Zeitungsbericht zufolge auf eine strenge Umsetzung der neuen Bankenregulierung. Nach Bekanntwerden des Handelsdesaster, bei dem das größte US-Geldhaus mindestens zwei Mrd. Dollar (1,57 Mrd. Euro) verloren hat, habe das Präsidialamt den Druck in Gesprächen mit dem Finanzministerium erhöht, berichtete das "Wall Street Journal" am Donnerstag. Es ist das erste Anzeichen, dass die Politik Konsequenzen aus dem spektakulären Vorfall zieht.

    Derzeit wird letzte Hand an die sogenannte Volcker-Regel gelegt, die zum 21. Juli in Kraft treten soll. Ab dann dürfen US-Banken und Institute mit US-Töchtern nicht mehr mit eigenem Geld zocken. Die nach dem ehemaligen US-Notenbankchef Paul Volcker benannte Regel soll verhindern, dass die Geldhäuser wie vor der Finanzkrise massiv Risiken anhäufen und wieder mit Steuergeldern gerettet werden müssen. Für Obama belegt der Vorfall bei JPMorgan die Notwendigkeit der Wall-Street-Reformen. Eine schwächere, weniger profitable Bank hätte dieselben Wetten abschließen und die Regierung so zu einem Eingreifen zwingen können, erklärte er.

    Händlern zufolge könnten auf JPMorgan im Laufe des Jahres noch weiteren Verluste aus dem Geschäft zukommen. Noch habe sich die Bank nicht von allen Positionen getrennt und bleibe somit anfällig für Preisschwankungen. Eine Sprecherin von JPMorgan wollte sich zu den Angaben nicht äußern. Bankchef Jamie Dimon hat bereits eingeräumt, dass noch eine weitere Milliarde Dollar an Verlust hinzukommen könnte.


    Fitch senkt Bonität Griechenlands
    Die Ratingagentur sieht in Athen ein substanzielles Ausfall-Risiko.
    Die Ratingagentur Fitch hat die Bonität Griechenlands erneut gesenkt. Die Langfrist-Bewertung werde auf "CCC" von zuvor "B-" gesenkt, teilte die Agentur am Donnerstag mit. Hintergrund sei die Gefahr, dass das angeschlagene Land die Eurozone verlassen könnte. Das Scheitern einer Regierungsbildung zeige die mangelnde öffentliche und politische Unterstützung für das mit den internationalen Kreditgebern vereinbarte Sparprogramm. Sollten auch die Neuwahlen im Juni keine sparwillige Regierung hervorbringen, wäre ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone "wahrscheinlich".

    Kontakte auf Eis
    Angesichts der politischen Unsicherheit legte der Internationale Währungsfonds (IWF) als Kreditgeber unterdessen seine offiziellen Kontakte zu Griechenland bis zu den Neuwahlen auf Eis. Die IWF-Experten würden erst nach der Wahl am 17. Juni nach Athen zurückkehren und nicht mit der Übergangsregierung zusammenarbeiten, sagte ein IWF-Sprecher am Donnerstag in Washington.

    "Wir nehmen zur Kenntnis, dass Wahlen ausgerufen wurden, und freuen uns darauf, mit der neuen Regierung in Kontakt zu treten, wenn sie gebildet wurde", sagte der IWF-Sprecher. Ein genaues Datum, wann die IWF-Mission nach Griechenland zurückkehren werde, gebe es nicht.

    Der IWF ist neben der EU wichtigster Geldgeber des hoch verschuldeten Landes. Er hatte sich im Mai 2010 mit Krediten von 30 Milliarden Euro am ersten Hilfspaket für Griechenland beteiligt. Im März sagte der Währungsfonds Athen dann erneut Hilfskredite in der Höhe von 28 Milliarden Euro zu. Im Gegenzug fordern IWF und EU strikte Sparmaßnahmen, die in Griechenland zunehmend auf Widerstand stoßen.

    Patt bei Sparkurs
    Die Parlamentswahlen vor zwei Wochen hatten zu einem Patt zwischen Befürwortern und Gegnern der Sparkurses geführt. Nach mehreren gescheiterten Versuchen der Regierungsbildung wurde am Donnerstag die Übergangsregierung von Panagiotis Pikrammenos vereidigt, deren Hauptaufgabe die Vorbereitung der Neuwahlen ist. Der 67-jährige Verwaltungsrichter war am Mittwoch von Präsident Karolos Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Dem Parlament in Athen stand nach seiner konstituierenden Sitzung für Freitag schon wieder seine Auflösung bevor, damit der Weg zu den Neuwahlen endgültig frei ist.

    International besteht die Sorge, dass die Neuwahl auch keine funktionsfähige Regierung ergibt. In Umfragen liegt derzeit das radikallinke Parteienbündnis SYRIZA vorne, das die mit der EU und dem IWF vereinbarten Sparmaßnahmen strikt ablehnt, aber für den Verbleib in der Eurozone eintritt. EU und IWF lehnen eine Neuverhandlung der Abmachung zu Griechenlands Hilfspaketen ab.


    Europas Leitbörsen mit Abschlägen
    Euro-Stoxx verbilligte sich um 28,43 Einheiten oder 1,31% auf 2.146,91 Zähler.
    Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag tiefer aus dem Handel gegangen und haben ihre Abwärtstendenz ungebremst fortgesetzt. Die Krisenlage in der Eurozone paarte sich als größter Belastungsfaktor mit schwach ausgefallenen Konjunkturdaten aus den USA. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 28,43 Einheiten oder 1,31 Prozent auf 2.146,91 Zähler und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit November. Seit dem Zwischenhoch Mitte März hat er schon fast 18 Prozent an Wert eingebüßt.

    Mit Argusaugen verfolgen die Anleger weiterhin die Lage bei griechischen Banken, nachdem die Griechen zuletzt vermehrt ihre Konten räumten und die Europäische Zentralbank (EZB) am Vortag ankündigte, einigen Instituten vorübergehend kein Geld mehr leihen zu wollen. Allerdings richten sich die Sorgen der Anleger auch zunehmend nach Spanien: Das zweite Sorgenkind der Eurozone muss immer mehr Zinsen bieten, um neue Anleihen am Markt unterzubringen. Zudem bereiten die Bonitätsprüfer von Moody's einem Pressebericht zufolge derzeit einen Rundumschlag gegen den spanischen Bankensektor vor. Eingetrübt haben sich zudem auch die konjunkturellen Aussichten in den USA: Das Geschäftsklima in der Region Philadelphia war erstmals seit September wieder in den negativen Bereich gefallen und zudem enttäuschte der Index der Frühindikatoren.

    Wegen eines Feiertags in vielen europäischen Ländern fehlte es an unternehmensspezifischen Nachrichten. Vor dem Hintergrund der Schuldenkrise standen weiterhin die Finanzwerte im Fokus, die einmal mehr zu den schwächsten Branchen gehörten. Der Teilindex der Finanzdienstleister sackte um 2,56 Prozent ab und jener der Bankenbranche büßte 2,26 Prozent ein.

    Bei den Einzelwerten standen vor allem die Titel der spanischen Bankia im Mittelpunkt. Zeitweise um fast dreißig Prozent eingebrochen, lagen sie zuletzt noch sehr deutlich mit mehr als 14 Prozent im Minus. Wie schon am Vortag bei einigen griechischen Banken war es auch bei der jüngst teil-verstaatlichten Sparkasse zuletzt zu einem Ansturm der Sparer gekommen. Zahlreiche Kunden hätten ihr Geld von den Konten abgezogen, hieß es in einem Medienbericht.

    Auch die Titel weiterer südeuropäischer Institute kamen deutlich unter Druck: Die der italienischen Unicredit sackten um 4,65 Prozent auf 2,422 Euro ab und gehörten so zu den größten Verlierern im EuroStoxx. Aus Frankreich büßten die Papiere der Societe Generale und von BNP Paribas bis zu vier Prozent ein. In Portugal rutschten die Aktien der Banco Espirito Santo um fast neun Prozent ab und die am Vortag um 13 Prozent eingebrochenen Anteile der National Bank of Greece büßten weitere vier Prozent ein.

    Mit Nahrungsmittelherstellern, Gesundheitskonzernen und Versorgern erlitten drei defensive Branchen die kleinsten Verluste unter den Branchenindizes im EuroStoxx 600. Mit Einbußen von bis zu 0,30 Prozent schlugen sie sich vergleichsweise am besten. Die Titel des Kosmetikherstellers L'Oreal und des Getränkekonzerns AB Inbev waren mit einem hauchdünnen Plus die einzigen Gewinner im EuroStoxx.

    In London gehörten Vedanta mit minus vier Prozent zur Gruppe der größten Verlierer im "Footsie". Der Jahresgewinn des Minenbetreibers war wegen höherer Finanzierungskosten um 92 Prozent eingebrochen. Diese standen im Zusammenhang mit der Finanzierung eines Zukaufs. Übertroffen wurden sie noch vom Verlust bei den Aviva-Papieren, die 4,70 Prozent verloren. Die Zahlen des Versicherungskonzerns hatten die Erwartungen verfehlt.


    US-Börsen nach enttäuschenden Konjunkturdaten etwas leichter
    Die New Yorker Aktienbörse hat am Donnerstag kurz nach Handelsbeginn und Veröffentlichung enttäuschender Konjunkturdaten mit leichteren Kursen tendiert. Bis 16.05 Uhr sank der Dow Jones 0,15 Prozent.
    In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia spürbar eingetrübt. Es ist das erste Mal seit September 2011, dass der Index im negativen Bereich liegt und damit eine wirtschaftliche Kontraktion andeutet. Auch aus dem Arbeitsmarkt kamen enttäuschende Nachrichten.


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